Fake News im Internet – Wie groß ist der Einfluss auf deutsche Politik?

Im Jahr 2018 ist die Zahl von Nutzern sozialer Netzwerke weltweit auf bis zu 2,6 Milliarden angestiegen. Ein Vorteil der sozialen Netzwerke ist, dass aktuelle Nachrichten und andere Informationen leicht zugänglich sind. Ein Nachteil ist jedoch, dass über soziale Netzwerke oft falsche Nachrichten oder Fake News verbreitet werden. Kritiker der sozialen Netzwerke fragen sich, in welchem Ausmaß Politik und Wahlkämpfe von Fake News beeinflusst werden.  Eva Gubitz-Hess hat recherchiert.

Text: Eva Gubitz-Hess (15 Jahre) / Featurefoto: Stephen Plaster / shutterstock.com

In den  letzten zehn Jahren hat sich die Verbreitung von Nachrichten in vielen Ländern völlig verändert. Das Internet und soziale Netzwerke haben eine immer größere Bedeutung, weil die Zahl der Nutzer drastisch ansteigt. Zudem zeigen einige Studien, dass Menschen sich weltweit durchschnittlich über zwei Stunden pro Tag mit sozialen Netzwerken beschäftigen.

Deshalb ist die Frage, ob Fake News, die oft über das Internet und soziale Netzwerke verteilt werden, die Bevölkerung beeinflussen, sehr aktuell.

Auch in Deutschland machen sich viele Menschen Sorgen über die Auswirkung von Fake News in der Politik. Beispielsweise hat fast jeder dritte Deutsche vor der Bundestagswahl im September 2017 erwartet, dass Fake News den Wahlkampf beeinflussen würden. Eine Umfrage  der Johannes Gutenberg Universität Mainz im Jahr 2017 hat das Vertrauen der deutschen Bürger zwischen verschiedenen Medien verglichen. Das Vertrauen in Tageszeitungen und in das öffentlich-rechtliche Fernsehen war jeweils mit 66 Prozent bzw. 72 Prozent relativ hoch. Nur neun Prozent der Befragten bewerteten Boulevardzeitungen als „sehr vertrauenswürdig”, und nur zehn Prozent beurteilten das Internet als vertrauenswürdig. Vor allem fanden nur zwei Prozent der Befragten, dass Nachrichten auf sozialen Netzwerken vertrauenswürdig waren. Insgesamt fällt auf, dass deutsche Bürger erkennen, dass Nachrichten auf sozialen Netzwerken oft wenig verlässlich sind und Fake News enthalten. Aber haben alle Wählergruppen dazu die gleiche Ansicht?

Ergebnisse einer Telefonumfrage der Denkfabrik  „Stiftung Neue Verantwortung”, über die Spiegel Online berichtet, zeigen, dass Wähler der Partei „Alternative für Deutschland” (AfD) durchschnittlich anfälliger sind, sich von Fake News beeinflussen zu lassen. Die Forscher dieser Umfrage befragten deutsche Bürger, die Anhänger von verschiedenen Parteien sind, ob sie bestimmte Nachrichten in sozialen Netzwerken glauben. Im Durchschnitt stellte sich heraus, dass AfD-Anhänger Fake News, wie zum Beispiel „59 Prozent der Flüchtlinge haben keinen Schulabschluss”, zu einem größeren Prozentsatz für wahr hielten als andere Wähler.

Anhänger der Partei „Die Grünen” schnitten auch nicht besonders gut ab. Beispielsweise antworteten über 30 Prozent dieser Wählergruppe, dass die Nachricht, „Martin Schulz fordert die Einführung einer Arbeitslosengelds-Qualifizierung”, Fake News seien, obwohl es eine reale Nachricht war. Es ist also klar zu erkennen, dass Fake News die Politik und Wahlergebnisse in Deutschland beeinflussen können.

Tweet (im Jahr 2012) von @realdonaldtrump über Präsident Obamas angeblich gefälschte Geburtsurkunde

Auch in den USA spielen Fake News in der Politik eine grosse Rolle. Beispielsweise wurden während des Wahlkampfs 2016 sehr viele Fake News auf sozialen Netzwerken verbreitet, und es wird noch immer diskutiert, in welchem Ausmaß sie das Wahlergebnis beeinflusst haben. Inzwischen nutzt Präsident Donald Trump soziale Netzwerke wie Twitter, um sein Publikum zu erreichen, und er wirft den traditionellen Medien vor, Fake News zu veröffentlichen, selbst wenn es wahre Tatsachen sind. Er nutzt diese Anklage als politische Strategie.

Ob in Deutschland solche Extreme erreicht werden, wird oft debattiert. Fake-News-Experte Alexander Sängerlaub, berichtet die Deutsche Welle, hat festgestellt:  „In der – teils sehr dramatisiert – geführten Debatte hat man nie wirklich geschafft, die Phänomene für Europa und die USA zu trennen.” Er empfiehlt auch ein einfaches Rezept: Augen auf bei der Mediennutzung!

 

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