Die Lehrerinnen und Lehrer der GLC

Die Deutsche Sprachschule hat über 40 Lehrerinnen und Lehrer, die jeden Samstag und Mittwoch fast genauso viele Klassen unterrichten: vom Kindergarten bis zu den Erwachsenen. Nicholas Polansky hat mit fünf von ihnen gesprochen.

Featurefoto: Nicholas Polansky 

Julia Morgenstern

Julia Morgenstern (Featurefoto rechts) ist eine der Lehrerinnen der Kindergarten-Kurse an der GLC. Sie unterrichtet jeden Samstag im unteren Stockwerk des Hauptgebäudes die jüngsten Schülerinnen und Schüler der Deutschkurse und jeden Mittwoch die Erwachsenen, nämlich die Mittwoch-Abend Kurse für Erwachsene. Im Klassenzimmer genießt Frau Morgenstern die Gelegenheit, die jungen Kinder in die deutsche Sprache einzuführen und ihnen durch Konversation und Lied Deutsch beizubringen. Mit den Erwachsenen genießt sie, dass alle Teilnehmer sich sehr für Deutsch interessieren und dass alle sehr aktiv an der Stunde teilnehmen.

Ein Kindergarten-Kurs beginnt um neun Uhr mit individuellen Aktivitäten. Um 9 Uhr 15 machen die Kinder im Kreis Lernübungen oft mit Zahlen. Durch solche Übungen und das Präsentieren des Wetters werden die Grundlagen der deutschen Sprache immer wieder vorgestellt. Danach wird das Thema der letzten Woche noch einmal diskutiert, damit sich alle Schüler und Schülerinnen das Thema und die wichtigen Vokabeln und Redewendungen merken. Vor der Pause wird mit Hilfe von Requisiten und Bildern das neue Thema vorgestellt. Nach der Pause und dem Snack wird das Thema ausführlich in der Runde besprochen. Ursprünglich aus dem Saarland, lebt Frau Morgenstern seit zehn Jahren in den Vereinigten Staaten.  In ihrer Freizeit verbringt sie gerne Zeit mit ihren beiden jungen Töchtern. Sie ist seit August 2013 an der Deutschen Sprachschule.

Stephanie McGowan
Stephanie McGowan Foto: Nicholas Polansky

Stephanie McGowan kommt ursprünglich aus West-Berlin und ist im Schatten der Mauer aufgewachsen.  Sie vermisst ihre deutsche Heimat, da ihre gesamte Familie, die ihre Eltern und eine Schwester umfasst,  noch immer dort lebt. Den Mauerfall hat sie jedoch nicht mehr in Berlin erlebt, da sie zu dieser Zeit in Bremen studierte. Sie ist später mit ihrem amerikanischen Mann in die USA gezogen, wo sie die drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, großgezogen hat. Da ihre Kinder alle entweder das Deutsche Sprachdiplom (DSD) schon gemacht haben oder es bald machen werden, hat sie einen einzigartigen Einblick darin, wie hilfreich die DSD-Prüfungen für die Jugendlichen im weiteren Leben sind. In diesem Zusammenhang findet sie die Prüfung sehr effektiv, da sie beiden Töchtern sehr geholfen hat.  Sie hat allerdings auch bemerkt, dass Schüler einen enormen Vorteil haben, wenn einer ihrer Elternteile zuhause Deutsch spricht.

Aaron Kunk

Aaron Kunk ist seit drei Jahren an der GLC, er lehrt im Hauptgebäude der Schule den R 9/10 Kurs. Was ihn dazu antreibt, jeden Samstagmorgen an die Sprachschule zu fahren, ist das Gefühl, an der GLC ein kleines Deutschland zu erleben. Er kommt „nirgendwo näher an die deutsche Sprache und Kultur“ als an der Sprachschule. Außerhalb der GLC ist Herr Kunk Lehrer an einer amerikanischen High School, wo er Deutsch und Gitarre unterrichtet.

Aaron Kunk mit Familie. Foto: privat

Er bemerkt große Unterschiede zwischen dem „deutschen“ und dem „amerikanischen“ Unterricht. Erstens merkt er, dass sich natürlich die amerikanischen Klassen sehr viel häufiger treffen im Gegensatz zum wöchentlichen Samstagsunterricht an der GLC. Außerdem lernen die amerikanischen Schüler – selbst die, die sich auf die „Advanced Placement“ Prüfungen vorbereiten – noch die Grundlagen der deutschen Sprache, während die GLC-Schüler eher komplexere Strukturen  beherrschen müssen. Da er auch Gitarrenlehrer ist, versucht er, deutsche Musik in den Unterricht zu integrieren, da es den Unterricht für die Schüler spaßiger macht und ihnen dadurch hilft, besser zu lernen.

Christine Eldridge

Christine Eldridge ist seit drei Jahren an der GLC, wo sie im naturwissenschaftlichen Gebäude das erste Jahr des Vorbereitungskurses für das deutsche Sprachdiplom unterrichtet. Das DSD 2-Examen ist die höchste Stufe der Deutschkurse, die an der GLC unterrichtet werden und wenn Schülerinnen und Schüler ihr DSD 2-Sprachdiplom bestanden haben, dann ist das von Vorteil, wenn sie sie sich an einer deutschen Universität bewerben.  Eine typische Klasse, die Frau Eldridge in Koordination mit Talke Macfarland leitet, hat zwischen 15 und 20 Schüler, die alle schon ihre DSD 1-Prüfung bestanden haben.  Frau Eldridge hat auch für ihre künftigen Schüler mehrere Vorschläge, damit sie das DSD2 mit Erfolg bestehen:

  1. Sie ermutigt sie immer, die Hausaufgaben zu machen. Besonders schriftliche Hausaufgaben sind wichtig, da viele Schüler zwar zuhause Deutsch sprechen, aber selten Deutsch schreiben und deshalb mit der Rechtschreibung Probleme haben.
  2. Die Schüler sollten immer Deutsch reden, wenn es ihnen möglich ist.
  3. Die Schüler sollten auch deutsche Nachrichten lesen und deutsches Fernsehen schauen.
  4. Die Schüler sollten sich langfristig vorbereiten, um gut organisiert zu sein.
Christine Eldridge mit ihrem Sohn. Foto: privat

Frau Eldridge ist gebürtige Deutsche und stammt aus Trier, die als Deutschlands älteste Stadt gilt. Wie viele andere Deutsche, die in den USA leben, vermisst sie nicht nur die Familie, sondern auch die deutschen Spezialitäten, die nur schwer auffindbar sind in den USA: guten Käse, Kuchen, Brötchen, echtes Brot und Wurst. Außerhalb der GLC genießt sie es, Zeit mit ihrem Sohn zu verbringen und mit ihm zu spielen. Außerdem, wenn sie Zeit hat, genießt sie deutsche Literatur und deutsche Fernsehsendungen wie „Tatort“.

Rolf Grafwallner

Rolf Grafwallner lehrt jeden Samstag direkt neben dem Direktorat der GLC einen der Kurse für Erwachsene, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen. Er lehrt diese Kurse seit 18 Jahren und ist seit 1999 an der GLC. Über diese Zeit konnte er beobachten, wie schnell die Schule gewachsen ist. Zum Beispiel gab es 2000 nur drei Kurse für Erwachsene, die auch nur wenige Schüler hatten.  Heute gibt es sechs Kurse mit einer Kursgröße von zehn und mehr Personen. Die Klassen für Erwachsenen sind anders aufgebaut als die Klassen für schulpflichtige Kinder. Der Inhalt der Kurse ist darauf ausgerichtet, nicht nur die deutsche Sprache zu vermitteln, sondern auch Kultur und Literatur.  Die Klassen beginnen meistens mit Nachrichten oder einem Artikel der Deutschen Welle, danach wird meistens ein Schriftsteller aus dem deutschsprachigen Raum vorgestellt und ein Textausschnitt analysiert. Viele der Schüler von Herrn Grafwallner sind schon seit mehreren Jahren in seiner Klasse und zwischen Schülern und Lehrer hat sich eine gute Freundschaft entwickelt.

Rolf Grafwallner unterrichtet die Erwachsenen. Foto: Nicholas Polansky

Für viele seiner Schüler ist diese Klasse ihre einzige Verbindung zur deutschen Gemeinde.  Herr Grafwallner veranstaltet zum Beispiel ein Mittagessen und auch andere eher unterhaltsame Aktivitäten werden gemacht.  Er ist gebürtiger Bayer, der aus Herrsching am Ammersee kommt, einer Gemeinde ungefähr 35 Kilometer außerhalb Münchens. Er selber war ein langjähriger Mitarbeiter des Bildungsministeriums für den Bundesstaat Maryland.  Er arbeitet jetzt in einem Bildungsverband.

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