Die Unterschiede der weltweiten Klimabewegung I – Deutschland

Die Klimabewegung hat dank der Kräfte junger Menschen weltweit Fahrt aufgenommen. Junge Leute versuchen, Regierungen dazu zu kriegen, die Klimakrise zu bekämpfen. Aber sie stoßen nur bedingt auf offene Ohren. Joel Lev-Tov hat sich die Klimabewegung weltweit angeschaut. In dem ersten von vier Artikeln geht es um die Klimabewegung in Deutschland.

Foto Joel Lev-Tov / Adrian Paxmann bei einem Klimastreik im August 2019 in der Nähe von Köln

Man könnte meinen, dass Europa Vorreiter ist in der Klimabewegung. Besonders in Deutschland scheint sich alles um das Klima zu drehen: Selbst die erz-konservative CSU verfolgte in der letzten Bundeswahl eine Klima-Offensive und Klima scheint „in“ zu sein.

Aber der Anschein trügt, meinen Aktivisten. Deutschland hat im letzten Jahr so viele Geländewagen wie noch nie zugelassen und wird die Ziele für 2020 im Pariser Klimaabkommen krachend verfehlen. „Hier läuft einfach so viel schief“, sagte der 22-jährige Adrian Paxmann, der in der Nähe von Köln Klimastreiks organisiert. Deutschland wäre zwar auf einem grünen Trend, aber es sei sehr schwer, Leute dazu zu bringen, ihre grüne Denkweise in ihr eigenes Leben zu integrieren.

Fridays for Future Deutschland versuche sich zwar von politischen Parteien zu distanzieren, aber dies klappe nicht immer, weil Fridays for Future keine unpolitische Organisation sei. Fridays for Future Deutschland hat sich mit der Antifa Bewegung und mit den syrischen Kurden solidarisiert, eine Entscheidung, die die 18-jährige Helen Lucy kritisierte. Fridays for Future müsste sich mehr von der Politik distanzieren, sagte sie, weil sie dadurch als parteiisch angesehen würde und ihren Kritikern daher Grund für viele Anfeindungen gebe.

Helen Lucy liegt während einer Protestaktion auf dem Boden. (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Helen Lucy)

Nächsten Samstag: USA und Argentinien

Zuerst wollte ich nur die Klimabewegung in den USA und Deutschland vergleichen. Erst als ich anfing, Aktivisten aus den USA zu interviewen und sie mich darüber informierten, dass der Klimawandel, im Grunde genommen, rassistisch, sexistisch und altersdiskriminierend ist und Arme mehr darunter leiden als Menschen mit besserem Einkommen, wurde mir klar, dass ich dem Thema nicht gerecht werden könnte, wenn ich nur deutsche und amerikanische Aktivisten interviewe. Menschen mit brauner und schwarzer Hautfarbe in den ärmsten Regionen werden am meisten von der Klimakrise in Mitleidenschaft gezogen werden. Es ist also ein doppelter Mangel an Privilegien, der diesen Menschen zu schaffen macht: Sie haben nicht nur kein ausreichendes Einkommen, sondern sind auch nicht weiß. Diese Menschen erhalten in der Berichterstattung und in der Klimabewegung wenig Aufmerksamkeit. Also wurde mir klar, dass ich mit gutem Beispiel voran gehen, Stimmen der Aktivisten aus diesen Regionen hervorheben und gucken sollte, wie Aktivisten aus dem weniger privilegierten Teil der Welt mit diesem Thema umgehen. Joel Lev-Tov

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