Einsamkeit durch Digitalisierung? Im Gegenteil!

Es gibt Menschen, die behaupten, Digitalisierung sollte einsam machen. Anna-Lena Wörmer (16 Jahre) findet, dass das Gegenteil der Fall ist.

Featurefoto:  Dragana Gordic / shutterstock.com

Macht die Digitalisierung einsam oder baut sie Brücken? Die Antwort darauf lautet klar und deutlich: sie baut Brücken. Wie noch nie zuvor gibt es so viele Möglichkeiten, Kontakt mit jemandem zu halten, und das vor allem wegen der sozialen Medien. Mit Facebook und Co. kann man nicht nur regelmäßig mitbekommen, was die Freunde so machen, sondern auch Kontakt mit alten Freunden wieder aufnehmen. So kann man sich immer mit Menschen vernetzt fühlen, auch wenn es gerade unpraktisch ist, sich im wahren Leben zu treffen.

Auch wichtig zu bemerken ist, dass es durch die Digitalisierung sehr einfach ist, immer zu wissen, was gerade in der Welt passiert. So weiß man immer, was gerade trendy oder aktuell ist und worüber sich viele Menschen unterhalten. Vor allem für junge Menschen ist das wichtig, denn viele von ihnen sind oft auf sozialen Medien aktiv, und wollen sich auch darüber unterhalten. Die digitale Welt und die echte fließen ineinander, weil es viele interessiert, wer was gepostet hat, welcher Promi was gesagt hat, und wer wo ist. Diese Welt auszuschließen ist (vor allem für junge Menschen) unweise, denn man entscheidet sich dafür, an manchen Gesprächen nicht teilnehmen zu können. Außerdem kann man über soziale Medien über aktuelle Nachrichten informiert werden, und weil Nachrichten sehr oft als Gesprächsthema dienen, ist das wichtig.

Kontakt halten ist einfacher

Zusätzlich bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, ohne Aufwand mit jemandem Kontakt zu haben. Vor der Digitalisierung bedeutete Kontakt, zu telefonieren oder einen Brief zu schreiben (wenn man sich nicht persönlich getroffen hat). Heute gibt es so viele Möglichkeiten, die nicht viel Zeit oder Mühe verlangen. Einen Artikel zu schicken, ein Foto zu liken oder eine kurze SMS-Unterhaltung zu haben, zählt alles als Kontakt. Natürlich ist das nicht genug, um sich nicht einsam zu fühlen, aber man darf nicht vergessen, dass digitaler Kontakt Kontakt im echten Leben nicht ersetzt. Auf dem Handy zu simsen heißt, oder sollte nicht heißen, dass man sich nicht mit Menschen trifft. Persönliche Unterhaltung braucht jeder im Leben, und wer es nicht schafft, sich die Mühe zu geben, sich mit jemandem (ohne Handy) zu treffen ist selber schuld, nicht die Digitalisierung.

Dennoch gibt es zur Digitalisierung auch negative Aspekte, wie für so vieles. Hier kommt zum Beispiel das FOMO Gefühl ins Spiel. FOMO ist Englisch und heißt fear of missing out, also übersetzt: die Angst, etwas zu verpassen. Soziale Medien können FOMO auslösen, wenn man zum Beispiel sieht, dass die Freunde etwas ohne einen unternehmen, oder dass ein Youtuber ein viel aufregenderes Leben führt als man selber. Wenn man sich sozial vernachlässigt fühlt, dann kann Einsamkeit folgen. Aber das ist nur die eine Seite der Digitalisierung.

Eigenverantwortung ist gefragt

Auf sozialen Medien findet man auch Menschen, die sich offen präsentieren, und mit denen man sich identifizieren kann. Zu wissen, dass man nicht der einzige ist, der sich einsam fühlt, der unzufrieden mit seinem Leben ist, und der sich über irgendetwas Sorgen macht, führt auch oft dazu, dass man sich nicht mehr alleine fühlt.

Manche sagen auch, dass die Digitalisierung Einsamkeit auslösen kann, weil wer mehr Zeit online verbringt, hat auch weniger Zeit für persönliche Kontakte. Aber, wie gesagt: Die Digitalisierung ersetzt Kontakte mit Menschen im echten Leben nicht. Man muss als Mensch selber die Verantwortung übernehmen, sich auch mit anderen zu treffen und sich zu unterhalten. Man muss sich selber mit Kontakten versorgen, so wie man das mit Essen und Wasser tut. Die Digitalisierung bzw. soziale Medien dienen nur als Kontaktform, wenn man gerade alleine ist. Fazit: Digitalisierung macht es einfacher, ein Sozialleben zu haben, und nicht schwerer.

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