Die Flüchtlingskrise und Deutschlands Zukunft

2015 sind wegen der Bürgerkriege im Nahen Osten und Nordafrika 1,1 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland geflüchtet. Das sind mehr Flüchtlinge als in den Jahren zuvor. Kein Wunder, dass so viele Deutsche sich fragen wie sie mit diesem Einwanderstrom umgehen sollen und sich nicht einig sind. Warum, darüber könnt ihr hier mehr lesen.

Text: Iris Berendes-Dean (16 Jahre)
Featurefoto: Istvan Csak / Shutterstock.com

Einerseits gibt es die Organisationen PEGIDA und AfD: Viele Deutsche sind für einen kompletten Aufnahmestopp, weil sie meinen, es wäre gefährlich, angesichts von Terroranschlägen und sexuellen Angriffen, und teuer und Deutschland hätte nicht genügend Platz dafür. Aber anderseits finden auch manche Deutsche, dass Flüchtlinge positiv für Deutschland sein könnten, weil sie die Bevölkerung und die Geburtenrate erhöhen, die deutsche Sprache und Kultur verbreiten und die Wirtschaft stärken könnten.

Jedes Jahr kommen neue Einwanderer nach Deutschland. In den 90ern  kamen jährlich rund 750.000 Einwanderer pro Jahr in Deutschland an, aber seit 2011 steigt die Zahl. 2014, als Bürgerkriege im Nahen Osten und Nordafrika Leute aus ihren Ländern getrieben haben, sah Europa und vor allem Deutschland einen Rieseneinfluss von Flüchtlingen. 2015 waren es über 1,1 Millionen. Diese Einwanderungswelle hat eine politisches Diskussion angefangen.

München im September 2015: Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Balkan steigen am Münchner Haputbahnhof in den nächsten Zug. Jazzmany / Shutterstock.com
München im September 2015: Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Balkan steigen am Münchner Haputbahnhof in den nächsten Zug. Jazzmany / Shutterstock.com

Erstmal muss man nachfragen, wieso sie nach Deutschland kommen und nicht woanders in Europa hingehen? Deutschland bietet soziale Fürsorge, wirtschaftliche Stabilität und eine stabile Regierung, die die Menschenrechte der Einwanderer schützen wird, sowie ein sicheres Umfeld. Flüchtlinge reisen durch die Türkei und Europa mit dem Schiff, Zug, Bus, oder zu Fuß, um Deutschland zu erreichen. Deutschland ist eines der wenigen europäischen Länder, das noch Flüchtlinge aufnimmt, auch wenn es jetzt kontrollierter ist.

Wegen dieser unbegrenzten Aufnahme von Flüchtlingen sorgen sich immer mehr Menschen in Deutschland. Mit jetzt mehr als 20.000 Mitgliedern bei der Partei Alternative für Deutschland (AfD) und eine steigende Mitgliederzahl bei Organisationen wie z.B. PEGIDA, sind mehr und mehr Deutsche für einen kompletten Aufnahmestopp von Flüchtlingen in Deutschland. Die neuen Zahlen begründen sich möglicherweise in den kürzlichen Terroranschlägen in Paris und Hannover, und den sexuellen Angriffen in Köln in der Silvesternacht. Kosten und Materialien sind auch eine große Sorge für Deutsche, weil die 1,1 Millionen Flüchtlinge 2015 über 10 Milliarden Euro gekostet haben . Und seit Anfang Januar kommen ungefähr 3.000 Flüchtlinge pro Tag in Deutschland an, das wären schätzungsweise 1,5 Millionen Einwanderer und über 17 Milliarden Euro Kosten für 2016, laut wiwo.de.

Sorge um die Kosten und Platznot

Jeder Asylbewerber wird Österreich 2016 ungefähr 10.724 Euro kosten und die Ausgaben hier für decken Unterkunft, Verpflegung und den täglichen Bedarf, schätzt “Die Presse.”  Und die Deutschen wissen auch gar nicht wo sie die ganzen Flüchtlinge unterbringen sollen. Aufgrund der hohen Einwanderungswelle im letzten Jahr wurden Flüchtlinge in Schulen und Sporthallen untergebracht. Der Sportunterricht in vielen Schulen fällt aus, weil die Hallen besetzt sind. Städte wie München oder Passau konnten keine weiteren Hilfsmittel bereitstellen und das sieht man jetzt auch in sehr vielen anderen deutschen Städten.

Passau im August 2015: Flüchtlinge schlafen und warten in einem Registrierungslager Foto: Jazzmany / Shutterstock.com
Passau im August 2015: Flüchtlinge schlafen und warten in einem Registrierungslager Foto: Jazzmany / Shutterstock.com

Andererseits sind aber auch viele Leute davon überzeugt, dass die Flüchtlinge Deutschland helfen können. Mit neuen Einwanderern steigt auch die Geburtenrate in Deutschland, weil mehr Kinder geboren werden. Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt, berichtet Spiegel.de. Mit 8,28 Geburten je 1000 Einwohnern schrumpft die Geburtenrate immer mehr. Die kleinste Demografik in der deutschen Bevölkerung sind die Jugendlichen mit nur 18,4% in 2010 und einer Schätzung von 17% in 2020. Die meisten Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, sind unter 30 Jahre alt, also ist es fast sicher, dass die Einwanderungswelle die deutsche Bevölkerung und Geburtenrate erhöhen wird.

Positive Folgen der Einwanderungswelle

Außerdem wird es eine größere Kulturvielfalt geben. Obwohl Asylsuchende ihre eigene Kultur möglichst behalten werden, könnten sie oder ihre Kinder möglicherweise aber auch die deutsche Kultur und Sprache annehmen. Die nachfolgenden Generationen werden auch die deutsche Sprache und Kultur weiter verbreiten. Flüchtlinge helfen dazu auch nicht nur der deutschen Bevölkerung, sondern auch dem deutschen Arbeitsmarkt. Es gibt nicht genügend deutsche Arbeiter auf dem Arbeitsmarkt, aber Einwanderer können die freien Arbeitsplätze besetzen. Ohne Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt wird die Anzahl von Arbeitern bis 2050 von 45 Millionen auf 26 Millionen sinken, zitiert Zeit.de das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Wegen der niedrigen Bevölkerungsrate braucht Deutschland eine Vielfalt von Arbeitern, damit sie in der Wirtschaft eingesetzt werden können. Mehr Arbeiter heißt, dass sie in die Sozialkasse einzahlen und so die sozialen Ausgaben der Regierung, wie z.B. Rente oder Altenpflege, ermöglichen können.

Deutschland hat in letzter Zeit beschlossen, dass es wichtig ist Flüchtlingen zu helfen, aber dass nicht jeder Asylwerber aufgenommen werden kann. Deutschland hat sich entschieden, die Außengrenzen und die Innengrenzen stärker zu kontrollieren. Im Endeffekt wird Deutschland weiter der Welt seine Gastfreundlichkeit und diplomatische Haltung zeigen. Obwohl nicht jeder in Deutschland einig ist, wie man in der Flüchtlingskrise handeln sollte, haben viele mehr über die verschlechterte Situation im Nahen Osten und Nordafrika und die zunehmenden Terroranschläge gelernt .

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